HPVN – Mitgliederversammlung 2021 wird verschoben!

Die Mitgliederversammlung des HPVN wird nicht wie geplant am 27.05.2021 in Hannover stattfinden können, daher hat sich der Vorstand auf eine Verschiebung in den Oktober 2021 entschieden.

Das genaue Datum und nähere Informationen erhalten Sie zu gegebener Zeit per Mail.

 

Gedenken an Corona-Tote

In Niedersachsen sind nach den Zahlen des Robert Koch-Institutes bisher 5.115 Menschen an Corona gestorben. Bundesweit sind es 79.672 Menschen.  Dieses sind Zahlen hinter denen viele Schicksale stehen. Was bedeutet es für jemanden, dem auf der Intensivstation gesagt wird, dass er/sie ins künstliche Koma versetzt werden muss? Was heißt es für Angehörige ein Familienmitglied mit Corona im Koma liegend zu wissen und über Wochen keine Kontaktmöglichkeit außer einem Anruf des Arztes zu haben? Was empfindet ein Heimbewohner, wenn plötzlich kein Besuch mehr kommt und er ohne Abschied verstirbt?

Heute, am 18. März 2021 – ein Jahr nach Beginn der Pandemie- wird auf Initiative des Bundespräsidenten an diese Menschen und ihre Familien gedacht. „Ziel der live übertragenen Gedenkfeier ist es, als Gesellschaft innezuhalten, den Hinterbliebenen eine Stimme zu geben und in Würde Abschied von den Toten zu nehmen“, schreibt Pressesprecherin Jasmin Behrens. Wir alle sind aufgerufen durch ein Licht im Fenster kurz inne  zu halten und uns an der Aktion des Gedenkens zu beteiligen.

Viele Städte und Gemeinden setzen zum Gedenktag ebenfalls ein eindeutiges Zeichen. Auch Hospiz- und Palliativberatungsdienste sind hieran beteiligt. Corona hat neben den Einschränkungen des täglichen Lebens auch das Abschiednehmen von Angehörigen oder Zugehörigen stark verändert. Gerade im ersten Lockdown war ein Dasein bei sterbenden Angehörigen oft nicht möglich. Trauerfeiern können nach wie vor nur in kleinstem Kreise stattfinden. So entfällt das tröstende, heilende Zusammensein. All das hinterlässt Spuren bei den Zurückgebliebenen. Die Schaffung von Gestaltungsmöglichkeiten der letzen Lebenszeit von Sterbenden  nach deren Wünschen ist hospizlicher Auftrag.  Zuhören und begleiten sind wichtige Hilfen. Einfühlsame  Trauerbegleitungsangebote  der Hospizdienste für Angehörige von Verstorbenen in einer Pandemie sind daher wichtiger denn je.

 

Eröffnung des Themenjahres “Was ist gutes Sterben?”

Celle, 24.03.2021.
Am heutigen Mittwoch haben der Landesstützpunkt Hospizarbeit und Palliativversorgung Niedersachsen (LSHPN), der Hospiz- und PalliativVerband Niedersachsen (HPVN) sowie die Hospiz Stiftung Niedersachsen (HSN) das Themenjahr “Was ist gutes Sterben?” eröffnet. Bei einer gemeinsamen digitalen Pressekonferenz wurden die neue Projekthomepage und ein vielfältiges Programm aus Aktionen im gesamten Bundesland vorgestellt.

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Themenseite “Was ist gutes Sterben?”

https://www.hospiz-palliativ-nds.de/was-ist-gutes-sterben/

 

Was ist gutes Sterben?

„Was ist gutes Sterben?“ – so lautet das Jahresthema, dem wir uns alle stellen wollen. Gibt es das überhaupt  –  das gute Sterben? Was ist gut am Sterben?  Ist nicht das Leben gut und das Sterben und der Gedanke daran eher „aufschiebbar“ -„unnötig“ – „unschön“?

Woody Allen sagte mal: „Ich habe nichts dagegen zu sterben. Ich will nur nicht dabei sein, wenn’s passiert.“

Hierüber kann man schmunzeln und für manche Menschen kann es gut sein, das Leben zu genießen und über den Tod nicht nachzudenken. Dass er kommt, ist allerdings gewiss.  Für andere dagegen ist es wichtig sich den Fragen zu stellen, wie möchte ich einmal sterben? Was bräuchte es dafür, dass es für mich oder für meine Angehörige und Freunde „gut“ wäre? Hospizler und Hospizlerinnen beschäftigen sich schon lange mit diesen Fragen und wissen, dass es keine einfachen Antworten gibt. So unterschiedlich wie wir Menschen sind, so unterschiedlich können auch die Bedürfnisse am Lebensende sein. Und doch gibt es einen Zeitgeist, vieles ist im Wandel und mit dieser Frage nach dem guten Sterben ist auch die Frage verbunden, was ist es uns als Gesellschaft wert? Was brauchen wir an Strukturen, Gebäuden wie zum Beispiel Hospizen und an Menschen, die anderen zur Seite stehen und sie auf ihrem Weg gut begleiten.

Zu diesen Fragestellungen wollen wir in diesem und nächsten Jahr zusammen mit dem Landesstützpunkt für Hospizarbeit und Palliativversorgung (LSHPN) und der Hospiz Stiftung Niedersachsen (HSN) mit der Öffentlichkeit in Niedersachsen ins Gespräch kommen, das Spannungsfeld zwischen kulturellen Idealen und begrenzten Ressourcen, zwischen individuellen Wünschen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in den Blick nehmen und nach möglichen zukunftsfähigen Wegen suchen.

Der  Auftakt erfolgt am 24.03.2021 mit einer virtuellen Pressekonferenz. Menschen wie du und ich haben mit Videobotschaften Ihre Vorstellungen  und Wünsche „Wie stelle ich mir meine letzte Lebensphase vor? Wie wäre mein Sterben für mich gut? Was bräuchte ich dazu? festgehalten. Sie bieten eine Grundlage, das Thema hoffentlich bunt und vielfältig zu betrachten und in den Medien zu diskutieren.  Die Beiträge sind auf der Homepage des LSHPN zu sehen.

 

Veranstaltungen und Impulse zu dem Thema werden  landesweit unter dem hierfür entwickelten Logo erkennbar sein. Alle Hospiz- und Palliativdienste in Niedersachsen sind eingeladen, sich mit Aktionen an der umfassenden Behandlung des Themas zu beteiligen.

Eine Ausstellung zu Leben und Endlichkeit – „Gemeinsam unterwegs” wird das Themenjahr „Was ist gutes Sterben?“ begleiten. Diese inhaltsstarke, farbintensive und aussagekräftige Ausstellung entstand vor dem Hintergrund der Hospizarbeit. Sie wurde kreiert von Kerstin Slowik durch Zusammenstellungen aus Bildern von Anselm und Zitaten aus Liedern von Rolf Zuckowski.

                                                     Bildrechte: Anselm Prester

Am 8. September 2021 findet eine Veranstaltung in der Marktkirche in Hannover statt.  Ein Vortrag über die Ergebnisse der Studie „Was ist Gutes Sterben?“ der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt einen Impuls für die anschließende Podiumsdiskussion mit Bischof Meister, Gerda Graf (Ehrenvorsitzende des DHPV) u.a.

Während der Veranstaltung werden zwei Graffiti-Künstler ein Kunstobjekt zum Thema gestalten und das Ergebnis abschließend präsentieren. Das mit Musik umrahmte Geschehen wird per Live-Stream ins Internet übertragen und kann per Public-Viewing an verschiedenen Orten in Niedersachsen gezeigt werden.

Weitere Veranstaltungen sind geplant. Nähre Informationen entnehmen Sie bitte der Homepage des LSHPN https://www.hospiz-palliativ-nds.de/was-ist-gutes-sterben/

 

„Hospiz-Taschentücher“ sind da und können verteilt werden

In diesen Tagen sind oder gehen den Ambulanten Hospizdiensten und stationären Hospizen Pakete mit bedruckten Papiertaschentüchern zu. Die Einrichtungen können in eigener Umsetzung individuelle Aufkleber mit ihren Logos auf die Packungen aufbringen.

Mit dieser Aktion wollen wir vom HPVN zusammen mit dem Landestützpunkt für Hospizarbeit und Palliativversorgung Ambulante Hospizdienste und stationäre Hospize in schwierigen Zeiten der Pandemie in ihrer Öffentlichkeitsarbeit  unterstützen.

Die bedruckten Taschentücher können als Give-away verteilt werden, um die Kommunikation auf der Straße, in der Fußgängerzone, auf Veranstaltungen oder per Infostand zu fördern. Die kleinen Packungen  sind nicht nur  normale Packungen Taschentücher. Auf jeder Packung steht ein einladender Denkspruch, der den Nutzer animiert wird, mit den Hospizmitarbeitenden ins Gespräch zu kommen und über schwierige Themen, wie das Lebensende nachzudenken. Und das geschieht im besten Falle zehn Mal, da in einer Packung zehn Taschentücher enthalten sind –vielleicht nicht sofort, sondern erst im Laufe des Verbrauchs der Tücher. Diese Aktion passt zu dem Thema „Was ist gutes Sterben?“ (für Dich/für Sie)  Was braucht es? Was ist es uns als Gesellschaft wert?, mit der wir dieses Jahr mit der Öffentlichkeit ins Gespräch kommen wollen. Bei hoffentlich vielerlei Aktionen in ganz Niedersachsen helfen vielleicht auch – falls diese anrühren – die nun versandten Taschentücher.

 

 

Einen guten Jahreswechsel

2020, ein Jahr mit ungewohnten Herausforderungen geht zu Ende. Vieles wurde geplant und konnte dann doch nicht stattfinden. Fast alles war anders als die Jahre zuvor. Noch im Frühjahr zum ersten Lockdown lag vieles in der Hospizarbeit plötzlich brach und die Unsicherheit war groß. Ehrenamtliche durften nicht in die Altenheime und Krankenhäuser und auch Begleitungen zu Hause waren schwierig.

Doch schon schnell wurden in vielen Bereichen  kreative Ideen von Möglichkeiten der Begleitung geboren. Wir konnten durch Informationen zu verschiedenen Belangen unterstützen. Ein Austausch erfolgte digital und mancher war verwundert, wie gut das zum Teil funktionierte.

Die Pandemie mit allen Schwierigkeiten bleibt auch über den Jahreswechsel und damit die Herausforderungen, die uns alle mit dem Umgang mit Sterbenden und ihren Familien vor Ort fordern.

Der Vorstand dankt allen Mitstreiterinnen und Mitstreitern für den kreativen Austausch, die Umsetzung von Ideen und das gute Miteinander in turbulenten Zeiten.

Kommen Sie und Ihre Familien  gut in das Neue Jahr und bleiben Sie gesund und zuversichtlich, dass wir gemeinsam auch die Herausforderungen im Laufe des kommenden Jahres annehmen  und hoffentlich auch wieder Begegnungen – wie zum Beispiel bei der Mitgliederversammlung am 27. Mai 2021- möglich sein werden.

 

“Wenn es einen Glauben gibt, der Berge versetzen kann, so ist es der Glaube an die eigene Kraft. ”                                                                  Marie von Ebner-Eschenbach